Der Grundstein der Gemeinde Oberwil wurde gelegt, als die Geschwister Gilgen im Jahr 1948 und die Familie Villard 1951 nach Therwil zogen. Sie besuchten die Gottesdienste in der Gemeinde Basel-Binningen. Die kommende Entwicklung voraussehend, gab der damalige Bezirksälteste Arthur Keller dem dortigen Vorsteher, Evangelist Willi Hopfer, den Auftrag, ein Gottesdienstlokal zu suchen. Die Eltern der Brüder Marcel und Roland Villard stellten zu diesem Zweck in ihrem Haus am Witterswilerfeldweg ein Mansardenzimmer zur Verfügung. Diese erste Segensstätte konnte im Dezember 1951 durch Evangelist Hopfer eingeweiht werden. Die Gottesdienste fanden jeweils am Sonntagabend statt; dazu pflegten etliche Geschwister aus der Gemeinde Basel-Binningen den Vorsteher zu begleiten, so dass der Raum stets gut besetzt war. Priester Gysin half dem Vorsteher beim Aufbau der Gemeinde. Er wirkte eifrig auf dem Gemeindeacker in Therwil und in der Umgebung. 1954 konnten die ersten Seelen versiegelt werden; es waren die Familien Blaser und Borer.
Durch den Zuzug von Geschwistern aus dem Leimental vergrösserte sich die Gemeinde, so dass binnen kurzem die Stube zu klein wurde. Eine geräumigere Unterkunft fand die Gemeinde bei den Geschwistern Blaser an der Reinacherstrasse. Mit Unterstützung durch Brüder und Schwestern aus den nächstliegenden Gemeinden wurde deren Schlosserwerkstatt in ein heimeliges Gottesdienstlokal umgestaltet. Am 6. Mai 1956 konnte die Stätte durch Bezirksevangelist Hans Sulzer feierlich eingeweiht werden. Zum Vorsteher wurde Priester Jules Cavalleri gesetzt, dem zur Mithilfe in der Betreuung der nun gegen 30 Seelen zählenden Gemeinde Diakon Hans Gerber zur Seite stand.
Am 30. November 1961 wurde die Gemeinde dem neuen Vorsteher, Priester Fritz Hebeisen, anvertraut. Ihm war Unterdiakon Gerhard Wisler und später auch Arthur (Turi) Müller und Urs Hebeisen (der heutige Bezirksapostel), zur Seite gegeben. Die intensive und unermüdliche Arbeit im Werk des Herrn stand unter Gottes grossem Segen, so dass weitere Seelen gewonnen und versiegelt werden konnten. Zwei Schwestern und drei Brüder bildeten einen kleinen Chor, der unter der Leitung von Turi in seiner Blütezeit bis auf 30 Sängerinnen und Sänger angewachsen war.
In den 60er Jahren nahm die Gemeinde einen unerwarteten Aufschwung. Viele junge, auswärtige Geschwister fanden ihren Arbeitsplatz in Basel, wohnten jedoch im Leimental. Sie besuchten grösstenteils die Gottesdienste in der Gemeinde Therwil, weshalb der Versammlungsraum an der Reinacherstrasse wiederum zu eng wurde. Dies veranlasste Apostel Schneider im Jahr 1968, den Bezirksapostel Streckeisen um die Bewilligung zur Beschaffung von Bauland für eine eigene Kapelle zu ersuchen, die dann auch erteilt wurde.
Volle zehn Jahre wurde aber die Geduld geprüft. Es schien, als sollte es nicht zum Klappen kommen; aber unser Gott hat wundersame Wege. Architekt Sarasin, nach dessen Plänen 1973 die Kirche im Kleinbasel gebaut wurde, fand und beschaffte das Grundstück an der Therwilerstrasse in Oberwil, wo heute unsere Kapelle steht. Er erhielt dann den Auftrag, auch für dieses Gotteshaus die Pläne anzufertigen und den Bau errichten zu lassen. Am 18. Juni 1977 führte Bischof Fehr den Spatenstich durch. Der Bezirksjugendchor und viele Geschwister umrahmten diese Handlung feierlich.
Die Bauarbeiten verliefen ohne grösser Schwierigkeiten und nach 22 Jahren "chez Blaser" konnte unser heutiges Gotteshaus am 15. Oktober 1978 durch Bezirksapostel Urwyler seiner Bestimmung übergeben werden. Als Grundlage für den Einweihungs-Gottesdienst verwendete er das Bibelwort aus Matthäus 7, 14.15.