Die Zeit vor Ostern lädt dazu ein, bewusst Platz zu schaffen, siehe Beitrag "Raum schaffen für Gott". Doch welche „Kisten“ räumen wir dafür wirklich aus? Drei Stimmen aus der Kirchgemeinde Basel geben ehrliche Einblicke und zeigen, wie unterschiedlich der Zugang zur Fastenzeit sein kann.
Person 1: „Nein, ich habe bisher in der Fastenzeit nicht bewusst auf etwas verzichtet. Ich könnte mir aber gut vornehmen, zum Beispiel eine Woche lang auf Süssigkeiten zu verzichten, das würde mir wahrscheinlich mehr Mühe machen als anderes. Grundsätzlich finde ich Verzicht sinnvoll, etwa beim Fleischkonsum oder bei unnötigen Autofahrten.“
Nicht jede Kiste wird bewusst geöffnet. Und doch zeigt sich hier ein Nachdenken darüber, was im Leben Raum einnimmt und wo Veränderung möglich wäre. Auch in der Ostergeschichte geht es darum, Gewohntes zu hinterfragen und den Blick zu weiten.
Person 2: „Nein, vor Ostern verzichte ich nicht bewusst auf etwas. Hingegen verzichte ich unter der Woche meist auf Alkohol und Desserts, was mir in den meisten Fällen gelingt. So bekommt der bewusste Genuss einer Crèmeschnitte am Wochenende einen ganz anderen Stellenwert.“
Manche Kisten werden nicht nur vor Ostern, sondern ganz bewusst im Alltag sortiert. Verzicht wird hier nicht als Pflicht verstanden, sondern als Möglichkeit, bewusster zu leben und dem Wesentlichen mehr Gewicht zu geben.
Person 3: „Ich versuche in dieser Zeit, bewusst anderen Menschen Gutes zu tun und auf negative Gedanken gegenüber anderen zu verzichten.“
Hier verschiebt sich der Blick nach innen. Die Kiste, die ausgeräumt wird, ist weniger sichtbar, aber umso bedeutender. Die Ostergeschichte erinnert daran, dass es letztlich um eine Haltung geht, die von Mitmenschlichkeit und Liebe geprägt ist.
Die drei Stimmen zeigen, dass es nicht immer der bewusste, klassische Verzicht ist, der im Vordergrund steht. Vielleicht beginnt Veränderung oft leiser, im Nachdenken, im Alltag oder in kleinen Entscheidungen.