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Unser Bezirksvorsteher im Interview (Teil 1/2)

03.03.2021

Bezirksevangelist Rolf Hunziker leitet seit Sommer 2019 den neuapostolischen Kirchenbezirk Basel. Wie lebt es sich in dieser ehrenamtlichen Aufgabe? Was freut ihn? Was beschäftigt ihn? Wie gut kennst Du, liebe Besucherin, lieber Besucher dieser Website, Rolf Hunziker? Aufschluss dazu gibt ein zweiteiliges Interview.
 
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Lieber Rolf, wenn Du wählen könntest, wo auf dieser Erdkugel möchtest Du jetzt gerade am liebsten sein?

An der Wärme, nicht allzu weit. Auf Korsika oder Sardinien direkt am Meer, aber natürlich nicht allein!


Da dies aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich ist, bleiben wir hier im Baselbiet. Du bist nun seit mehr als einem Jahr Bezirksvorsteher und warst vorher schon einige Jahre Teil der Bezirksleitung. Was hat Dich in der Aufgabe als Bezirksleiter am meisten überrascht?

Grosse Überraschungen habe ich eigentlich nicht erlebt. Ich wusste in etwa, was es beinhalten würde. Dennoch ist es ein Unterschied zu den vorherigen Aufgaben. Mehr als 10 Jahre hatte ich ganz nahe immer einen Bezirksvorsteher, in dessen «Windschatten» man sich wohl fühlen konnte und immer auch etwas im geschützten Bereich war. Jetzt, als Bezirksvorsteher, steht man öfters mal direkt im «Wind». Aber ganz allein bin ich ja nicht.


Warum glaubst Du eigentlich an Gott?

Weil ich an eine Zukunft glaube, und dies macht nur Sinn mit Gott!


Wie erlebst Du den Lieben Gott im Alltag?

Der Mensch denkt und Gott lenkt. Grundsätzlich weiss ich jeweils schnell was ich will, aber will das der Liebe Gott auch so? Oftmals muss ich mich dann bewusst etwas zurücknehmen, in mich gehen und die Dinge ins Gebet legen. Es tun sich dann Wege auf, die mir zuvor gar nicht bewusst oder erkennbar waren.


Angenommen, Du müsstest einem Nicht-Gläubigen von Deinem Glauben erzählen. Was würdest Du sagen?

Ich würde ganz einfach sagen, dass ich an Gott glaube und als Christ mich zu Jesus Christus bekenne. Dies gibt meinem Leben einen Sinn, Inhalt und Orientierung, auch im Zusammenleben mit meinen Mitmenschen. Darin enthalten sind ganz einfache Grundregeln wie die zehn Gebote und das Gebot der Nächstenliebe. So z.B. «Du sollst nicht lügen, Du sollst nicht stehlen, den andern versuchen anzunehmen und zu akzeptieren wie er ist, und so weiter.» Und dann würde ich fragen, ob man dies im direkten Umgang mit mir auch erkennen kann.


Woran hast Du schon gezweifelt und wie konntest Du den Zweifel beseitigen?

«Zweifel» im roten oder orangen Sack, liebe ich sehr. Am liebsten die Natura, dann die mit Paprika. Nun, Zweifel gehört zum Leben! Man glaubt an etwas, wird verunsichert und schon ist der Zweifel da. Ich sehe Zweifel aber nicht grundsätzlich negativ, denn der Zweifel gibt die Chance, sich ganz intensiv und grundlegend mit einer Sache auseinander zu setzen und den richtigen Weg zu finden. So werden Zweifel beseitigt.


Was begeistert Dich am meisten in der Neuapostolischen Kirche?

Die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit und trotzdem kann es funktionieren, dass alle eins sein können. Nämlich dann, wenn Jesus Christus im Mittelpunkt steht.


Was bereitet Dir aktuell am meisten Sorgen und warum?

Dass wir zwar immer von Liebe und Vergebung «predigen», es aber dann doch nicht leben. Mit «predigen» meine ich nicht explizit diejenigen mit der schwarzen Krawatte am Altar, sondern ALLE.


Stichwort Wiederkunft Jesus: Was kommt Dir dazu spontan in den Sinn?

Es ist nicht wichtig, wann er kommt, sondern dass er kommt! Es macht nicht Sinn, sich da irgendwie auf eine «Punktlandung» vorbereiten zu wollen!


Wiederkunft Jesus: Was hat das für Dich in der Jugendzeit bedeutet?

Kein Kino, kein Zirkus, etc. Wenn der Herr Jesus kommt, nimmt er dich an solchen Orten nicht mit! Das war «gutgemeinte Bewahrung», damit man nicht auf Abwege kommt. Die «Kirche» hat sich weiterentwickelt und wir leben die Eigenverantwortung. Wir schauen heute vorwärts!


Stichwort «Glaubenserlebnisse»: Welches hat Dich besonders berührt?

Ich habe nicht die Erwartung an Grossereignisse. Glaubenserlebnisse sind oft kleine Dinge, aber man muss diese erkennen. So handle ich oft auch spontan. Da wird zum Beispiel der Gedanke wach, eine Glaubensschwester anzurufen. Ich schaffe es aber irgendwie nicht sofort. Knapp zwei Stunden später ruft genau diese Schwester mich an. Oder ich wartete auf ein Zeichen. Es ging da um einen Amtsauftrag für einen Bruder. Am Telefon sprach mich ein Amtsträger aus einer anderen Gemeinde aus dem Nichts heraus plötzlich auf diesen Bruder an und äusserte sich über dessen Wesensart ganz positiv. Ich konnte natürlich nichts dazu sagen, wusste aber sofort «danke Lieber Gott, darauf habe ich gewartet». In einer anderen Gegebenheit fahre ich zum Gottesdienst und höre im Auto Kirchenlieder. Während dem Gottesdienst, vor dem Schlussgebet, gehe ich spontan zum Organisten hin und flüstere diesem ins Ohr: «Ich möchte, dass Du dann noch eine Strophe spielst.» 2020 war ein besonderes Jahr. Ich will ganz bewusst nochmals den Heimgegangen dieser Gemeinde namentlich gedenken und bitte um eine Orgelstrophe. Und was spielt der Organist? Das letzte Lied, das ich hörte, bevor ich aus dem Auto ausgestiegen bin. (Im Nachgang erzählt er mir, dass er im letzten Moment das aufgeschlagene Buch wieder geschlossen und ein anderes Lied gewählt hat.) Alles nur Zufälle? Nein, ich glaube, wenn wir den Lieben Gott in unser Tun und Handeln mit einbeziehen, dann lässt er unseren Glauben erlebbar werden – das sind Glaubenserlebnisse.


Eine Fortsetzung des Interviews folgt in Kürze auf dieser Website.


Interview: MWU, Fotos: RHU